Ein Bundespräsident so mittelmäßig wie sein Land

Auf diesen Mann kann Deutschland nicht mehr verzichten. In Stuttgart hat Joachim Gauck Gegnern des Bahnhofsprojekts zugerufen: „Aber heute scheint die Sonne.“ Ein durchaus wichtiger Hinweis, denn die Sonne ist schon immer genauso schnell in Ulm gewesen wie in Stuttgart, wo dieses Jahr die Einheitsfeier auch von Politikerinnen und Politikern besucht wurde, die mit dem Fall der Mauer gar nichts zu tun hatten. Deswegen durfte nicht nur Bundespräsident Joachim Gauck teilnehmen, sondern auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die verließen das DDR-Bett zwar erst, als das Volk die Beine weggesägt hatte, aber weich gefallen sind sie dennoch.

Scharfe Kritik an der Bahn

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Schweiz hat auch Pünktlichkeit bei Großprojekten erfunden

Zwei Jahre Verspätung bei der Fertigstellung eines Großprojektes in Deutschland sind seit Freitag ein McAllister. Der niedersächsische Ministerpräsident sagte nämlich am 4. Januar 2013 in Wilhelmshaven, dass er stolz sei, weil der JadeWeserPort, „pünktlich fertig wurde“. Der Containerhafen ist zwar immer noch nicht ganz fertig, aber auf solche Nebensächlichkeiten legen deutsche Politikerinnen und Politiker schon lange keinen McAllister mehr. Die peilen lieber über den Daumen. Verpeilt hat sich auch Berlin – und zwar beim Willy-Brandt-Flughafen. Der kommt bei der Verspätung wahrscheinlich auf zwei McAllister. Wie viele McAllisters es bei Stuttgart 21 werden, weiß noch nicht einmal der Bahn-Chef.

Darüber machen sich jetzt sogar die Schweizer lustig. Das will schon etwas heißen. Denn bis die Eidgenossinnen und Eidgenossen merken, dass es jenseits der Alpen überhaupt noch etwas anderes gibt, vergeht gewöhnlicherweise so manches Jahr. Deswegen sagen die Zeugen Jehovas aus der Schweiz Weltuntergänge bislang auch nur für Zürich voraus.

Die schnellen Eidgenossen

Freitag, der 13. oder: Stuttgart 21 ist genauso Scheiße wie der JadeWeserPort

Heute ist nicht nur Freitag, der 13., sondern auch Tag der Dichter und Denker. Zwei davon arbeiten für das „Neue Wilhelmshaven“ (NW, ehemals „Wilhelmshavener Zeitung“, WZ). Nach Gesprächen mit Touristinnen und Touristen, die zum JadeWeserPort strömen, läuten Stephan Giesers und Ulrich Müller-Heinck eine neue Ära der Gebrauchsprosa ein: „Gudrun und Wolfgang Pampel sind in Stuttgart zuhause, jetzt aber zu Besuch im Friesischen. ´Wir haben gerade zuhause eine Baustelle, nach einem Wasserschaden´, sagt Gudrun und schaut auf die Baustelle mit dem ganz anderen Schaden.“

Tag der Dichter und Denker