NDR-Magazin „Zapp“ fragt: Warum werden Medien immer unglaubwürdiger?

Cover Zeitungsenten

Gestern Nacht sind sie im NDR-Medienmagazin „Zapp“ alle in Sack und Asche gegangen, Chefredakteure gaben Fehler zu, man müsse raus aus dem Glaskasten, in dem die Redaktionen sitzen, sich wieder unter das Volk mischen. Denn die Medien verlieren an Glaubwürdigkeit, die Auflagen sinken. Das Internet wird als Informationsquelle immer wichtiger, aber auch dort wird viel Unfug verbreitet, manchmal sogar gezielt und lediglich zu Propagandazwecken oder zur Verbreitung von Verschwörungstheorien. In der halben Stunde Sendezeit war allerdings kein Platz für Themen wie „Druck am Redaktions-Arbeitsplatz“, „Schrumpfende Redaktionsteams“, „Ausbildungsnotstand an Redaktionsschreibtischen“, „Schere im Kopf“…

In meiner Broschüre „Wenn Zeitungsenten abheben“ schildere ich ein Extrem-Beispiel schlampiger Recherchen, das für mich fatale Folgen gehabt hat, Redakteure verließen sich auf Hörensagen und zweifelhafte Hinweise, sie konnten ihre Behauptungen nicht belegen und wanden sich irgendwie aus dem Thema wieder heraus, indem sie ein wichtiges Gerichtsurteil verschwiegen. Darauf wies ich in einem Leserbrief hin, der aber gar nicht abgedruckt wurde, denn in der Redaktion wollte man sich offenbar nicht selbst bloßstellen. Ich hätte den Verlag verklagen können, doch dafür fehlten mir die finanziellen Mittel, denn wahrscheinlich wäre ich durch alle Instanzen gejagt worden. Dann wurde ich auch noch belogen…

Der Klick zum e-book „Wenn Zeitungsenten abheben“.

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An NDR aktuell: Medien jagen „Arme“ durch das Paradies Wilhelmshaven und illegale Aktion des Jugendamtes

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit einigen Tagen wird Wilhelmshaven als „Paradies für Arme“ (so eine der unsäglichen Schlagzeilen) durch die Medien gejagt – und ein Bericht ist schlechter recherchiert als der andere. Diesem Niveau hat sich gestern auch Ihr Sender auf NDR aktuell angeschlossen.

Zuerst zeigen Sie eine Frau, die angeblich von Dortmund nach Wilhelmshaven gezogen ist, wo sie auf Kosten des Jobcenters eine 7-Zimmer-Wohnung mietete, die halb so teuer sein soll wie ihre bisherige Drei-Zimmer-Wohnung in Dortmund, die sie dort – man kann es eigentlich nur erahnen – mit ihren fünf Kindern geteilt haben soll. Dann rücken sie den Wilhelmshavener Jugendamtsleiter Carsten Feist ins Bild, der von einer zugezogenen Familie mit fünf Kindern berichtet. Die Kinder sollen woanders in Heimen leben, was Wilhelmshaven 25 000 Euro im Monat koste. Zuletzt kommt auch noch der Oberbürgermeister zu Wort. Der steigende Kosten beklagt.

Was Sie aber nicht berichten oder zeigen: Die angebliche 7-Zimmer-Wohnung der zugezogenen Dortmunderin. Sieben Zimmer müssen nicht nur gemietet, sondern auch beheizt werden, die Nebenkosten richten sich teilweise nach der Quadratmeterzahl. Auch diese Kosten trägt das Jobcenter? Auf welcher Gesetzesgrundlage? Fünf Kinder leben also in einem Heim außerhalb von Wilhelmshaven. Wirtschaftlich zuständig ist das Jugendamt von Wilhelmshaven. Und tatsächlich zuständig ist…? Warum werden die Kinder nicht nach Wilhelmshaven geholt? Zimmer hätten sie ja…Stimmt etwas nicht mit der Familienpolitik des Jugendamtes?

Ich kenne diesen konkreten Fall: Nach Rücksprache mit dem Jugendamt zieht eine Mutter von zwei Kindern nach Wilhelmshaven. Die ihr vorher zugesagte Hilfe bekommt sie aber gar nicht. Das Mädchen lebt bei einer Pflegefamilie. Die Kosten trägt inzwischen wahrscheinlich Wilhelmshaven. Der Junge lebt beim leiblichen Vater, ist 2013 mehrmals zu Besuch bei seiner Mutter. Ich bin für ihn „der Patenonkel“.

Eines Tages behauptet der leibliche Vater des Jungen, ich hätte sein Kind entführt. Zwei Polizeibeamte, die sich Wiegand und Schweiger nennen, dringen am 17. Juni 2013, 21.40 Uhr, in meine Wohnung ein. Angeordnet worden ist diese Aktion vom Jugendamt. Später stelle ich fest: Die Polizisten haben mir falsche Namen genannt. Meine Berichte darüber wollen Jugendamt und Polizei verbieten lassen. Termin: 2. September 2014, 13.30 Uhr, Amtsgericht Wilhelmshaven, Az. NZS 04 Cs 163 Js 4413/14. Siehe auch meine Broschüre „Vor Jahren noch ein Rechtsstaat – Lügen haben Jugendamts-Beine“, zu bestellen bei Amazon. Inzwischen behaupten die beiden Polizeibeamten auch, sie hätten sich ausgewiesen. Was gelogen ist. Das weiß das Jugendamt, deckt aber die Polizei mit Schweigen…