Mord und andere Fouls – dieser Roman wird von mir geschrieben

Ich werde diesen Roman schreiben. Mord und andere Fouls soll er heißen. Der Fußball schreibt viele Geschichten. Wie diese über einen Mittelfeldspieler aus Wilhelmshaven. Der sagt auf dem Weg zur Kabine zum Schiedsrichter: Sie sollten besser Bratwürste verkaufen. Das sei keine Beleidigung gewesen, sagt dieser Mittelfeldspieler der Lokalzeitung. Die Fans sind der gleichen Meinung. Gesperrt wird dieser Mittelfeldspieler trotzdem.

Bekomme ich dich heute noch mal zu sehen, fragt er. Wenn ich hier fertig bin, sagt sie. Die Sonne ist untergegangen. Irgendwo knacken Äste. Seine Finger gleiten über ihren Rücken. Das ist schön, sagt sie. Und wenn jemand auf den Spielplatz kommt, fragt er. Dann behaupten wir, dass jemand unsere Klamotten geklaut hat, weil alle Geschäfte auf der Lister Meile schon geschlossen waren, sagt sie. Und du liegst auf mir, damit ich nicht friere, fragt er. Manchmal friere ich auch. Wir müssen uns also abwechseln mit dem oben liegen, sagt sie.  Machst du so was eigentlich öfter, fragt er. Hier auf dem Abenteuerspielplatz nicht, sagt sie. Wo sind eigentlich unsere Klamotten? fragt er. Zum letzten Mal gesehen habe ich sie im Sandkasten, sagt sie. 

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Zur Wahl drängt, an der Wahl hängt doch alles…

Zurzeit fahren alle, die sich für Spitzenpolitiker halten, nach Hannover. Heute ist der SPD-Fraktionsvorsitzende dort. Der Kanzlerkandidat auch. Der Parteichef ebenfalls. Sie wollen von Stephan Weil wissen, wie er seine Chancen bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 einschätzt. Das Ergebnis: noch besser als vor Weihnachten. Für diese Auskunft ist Steinmeier dreimal zu einem Geldautomaten auf der Lister Meile, auf der Georgstraße und am Aegi geeilt. Denn Weil lässt sich neuerdings von der SPD pro Wort bezahlen, für angefangene Sätze nimmt er eine Pauschale, für vollständige steht er noch in bislang unvollständigen Verhandlungen mit Steinbrück.

Derweil beginnt in Niedersachsen die heiße Wahlkampfphase. Die SPD hat für den Endspurt Plakate mit dem Motto „Geld stinkt nicht“ drucken lassen, die CDU Plakate mit „Schotten lassen anschreiben“, die Grünen Plakate mit dem Motto „Du hast deine Vortragshonorare nur von deinen Kindern geliehen“ und die FDP Plakate mit dem Motto „Rösler ist sein Geld noch wert“.  Die Linke schwankt  zwischen „Jeder Arbeiter muss so gut bezahlt werden wie Steinbrück“ und „Wir schicken den Kapitalismus in den nicht bezahlten Resturlaub“.  Die Piraten denken über „Ist das Geld erst virtuell, vergeht jede Krise schnell“ nach – aber nicht laut, sonst gibt es wieder Zoff in den eigenen Reihen.

Die Beteiligung rechnet inzwischen mit vielen Wählerinnen und Wählern. Ob aber auch alle hingehen, weiß bislang niemand. Das wird sich erst kurz vor der Wahl ändern. Dann hält Steinbrück einen gut bezahlten Vortrag, der von allen Nichtwählerinnen und Nichtwählern finanziert werden soll. Da sich die meisten Wahlmuffel das aber nicht leisten können, werden sie zu Wählerinnen und Wählern. Not gedrungen.

Wer dennoch seinen Spaß haben will, liest auch meinen nächsten Beitrag. Wie das zwei andere auch schon tun.