Die „Emma“-Sekte vergisst ein Konto von Alice Schwarzer in der Schweiz

Jede Sekte hat ein einfaches Weltbild. Die „Emma“-Sekte auch. Einige haben ein Schwarzgeld-Konto in der Schweiz. Alice Schwarzer nun nicht mehr. Im Internet entschuldigt sich die „Emma“-Herausgeberin. Aber nur in einem Absatz. Dann geht sie gleich wieder zum Angriff über. Die Enthüllung im „Spiegel“ sei illegal, Persönlichkeitsrechte und das Steuergeheimnis seien diesem Magazin egal. Wer sich rechtzeitig dem Fiskus stelle, müsse eigentlich nicht damit rechnen, dass darüber berichtet wird. Aber sie. Außerdem habe sie sich vor Jahren mit Fluchtgedanken herumgeplagt, als sie sich aber nicht mehr ins Ausland absetzen wollte, habe sie ihr Konto in der Schweiz schlicht zeitweise vergessen.

Sonderrecht für die Reichen

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Deutsche Jugendämter – und täglich grüßt das Murmeltier

Sechs Millionen Euro fließen jährlich nach Spanien, damit es dort deutschen Jugendlichen, die als schwierig gelten, gut ergehen möge. Doch dort gibt es nur ein Konto und einen Briefkasten, keine Einrichtung für die Kinder. Wer hat das herausgefunden? Die Jugendämter, die das Geld überweisen? Keinesfalls. Herausgefunden haben das deutsche Journalisten.

In Bockhorn wird dieser Tage eine Reichsregierung gestoppt, die mit Blaulicht unterwegs ist. Die haben eine Reichsrichterin und einen Reichskanzler, behaupten, das Deutsche Reich bestehe seit 1945 fort, die Bundesrepublik Deutschland gebe es gar nicht. Bei Facebook machen sie Stimmung gegen Jugendämter. Wer hat das herausgefunden? Die Jugendämter?  Nun fragt sich die „Wilhelmshavener Zeitung“, ob diese Spinner möglicherweise rechtsradikal sind. Das kommt dabei heraus, wenn man keine Journalisten beschäftigt.

Jugendämter sind in Deutschland ein Staat im Staate, Europa stellt immer wieder fest, dass die gemachten Fehler auf System beruhen. Und ewig schnarcht das Murmeltier. Die Macht dieser Behörde steht in einem krassen Missverhältnis zum Kenntnisstand. Das haben schon viele Journalisten herausgefunden.

In Wilhelmshaven hat mich ein Jugendamtsmitarbeiter vollgesülzt mit seinem Glauben an den deutschen Rechtsstaat. Als eine Mitarbeiterin seiner Behörde mit der Polizei vor meiner Wohnungstür stand, weil ich angeblich ein Kind versteckte, fand dieser Jugendamtsmitarbeiter blitzschnell den Weg zu den drei Affen: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.

Eltern, denen die Kinder weggenommen werden, haben einen Feind. Die Zeit. Die lassen Jugendämter für sich verstreichen – und irgendwann heißt es: Nun ist es zu spät. Oder wie der Wilhelmshavener Jugendamtsleiter Carsten Feist jüngst während einer Jugendhilfeausschusssitzung sagte: „Ein erneuter Beziehungsabbruch wäre unverantwortlich.“  Dort geblieben, heißt es dann für die Kinder. Wilhelmshaven gibt dafür viel Geld aus. Und wer hat das herausgefunden? Das hat in Wilhelmshaven noch kein Journalist herausgefunden. Das Jugendamt will das so, der Jugendhilfeausschuss, also die Politik, handelt ebenfalls wie die drei Affen. Kinder sind keine Wähler.

Da leitet in Lüneburg jemand seit 1993 eine Einrichtung und schmückt sich selbstverliebt mit Titeln. Irgendwann will der sogar Doktor der Psychologie sein. Dabei haben ihn Anthroposophen mit Federn geschmückt, als sie für einen Augenblick nicht an Geister glaubten. Und wer hat das herausgefunden? Die Jugendämter, die Kostenträger, die Millionen in diese Einrichtung gepumpt haben, obwohl die gar keine Therapie machte? Ich habe das herausgefunden.

Mehr über deutsche Jugendämter auf www.wagniskinder.de

Den Fall aus Wilhelmshaven schildere ich auf www.zweisechsdreiachtvier.de „Polizisten mit Taschenlampen“