Mein Tagebuch als Zeitung: Gedanken eines Kindes

Der „stern“ interviewt Walter Ulbricht.

Tritt vor das Schienbein.

Mit 13 habe ich angefangen, Tagebuch zu führen. Ich gestaltete die Seiten wie eine Zeitung. Ich berichtete aus der Familie, aus dem Stadtteil, aus der Stadt und manchmal auch über die so genannte „große Politik“. Zwei Beispiele aus dem Jahre 1964 veröffentliche ich hier. Walter Ulbricht hat damals angeblich die Wiedervereinigung noch für möglich gehalten, Meckerfritzen aus der Nachbarschaft bekamen einen Tritt vors Schienbein.

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Als Kind gefragt: „Wo ist das Ende der Welt?“

An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand: Hat an diesem Wochenende ein Friedensgipfel der Wilhelmshavener SPD stattgefunden. Fortan soll nicht mehr im Trüben der eigenen Unzulänglichkeiten gefischt werden. An dem Gespräch hat auch der ehemalige Oberbürgermeister Eberhard Menzel teilgenommen, gegen den die Oldenburger Staatsanwaltschaft inzwischen auch mathematisch ermittelt hat, wie ein ehemaliger Klinik-Chef als Ruheständler noch so viel Geld bekommen konnte, wie er bekam.

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Media-Markt und Postbank: Das ist aber blöd

Manchmal fische ich Berichte und Kommentare aus dem Nachrichten-Wasser, die ich am liebsten gleich wieder ins Internet-Meer werfen würde.

Hier geht es um einen Media-Markt, der angeblich keine Toiletten hat.

Geradezu abenteuerlich mutet so manche Geschichte aus der Postbank an. Voriges Jahr habe ich ein Sparbuch gefunden. Guthaben: gut 700 Euro. Das Geld bekam ich aber nicht. Nun hat mir ein Kommentator über ein verschwundenes Sparbuch mit mehr als 2 300 Euro berichtet.

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Naive Krimi-Autoren – oder: Hat das Jugendamt heute schon mein Kind von der Schule abgeholt?

Science Fiction und Krimis sind in den so genannten „sozialistischen Ländern“ beliebte Literaturgattungen gewesen, weil Schriftstellerinnen und Schriftsteller so ihre Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen verpacken konnten, ohne gleich ins Gefängnis zu müssen. Dass längst nicht alle gedruckten Werke ihre Leserinnen und Leser erreichten, stellte sich später heraus.

Inzwischen stellt sich heraus, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland Krimis als Vehikel für Gesellschaftskritik immer attraktiver werden. Ein Beispiel dafür ist der „Tatort“. In dieser Serie erfährt man gelegentlich mehr über Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, über Zwangsprostitution und Korruption als aus der Tageszeitung. Mittlerweile können auch schon viele Krimiautorinnen und Krimiautoren nicht mehr auf das Jugendamt verzichten. Da sind sie aber noch ein bisschen naiv.

Für etwas mehr Realitätsnähe

Muss man als Familienrichterin in Münster nicht einmal lesen können?

Da beschäftige ich mich seit fünf Jahren mit Jugendämtern, Familiengerichten und Gutachtern, berate Eltern, helfe ihnen, so gut ich kann, obwohl ich mir gelegentlich auf nichts mehr einen Reim machen kann, weil sich sogar Scharlatane als Experten aufspielen dürfen – wenn man mir aber schon im Dezember 2007 verraten hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich mich auch nie gewundert. Was ich jetzt weiß, ist: Bekommt man eine Richterstelle am Familiengericht von Münster, muss man nicht einmal lesen können. Man macht, was das Jugendamt sagt – und gut ist.

Ein Gutachten und ein Beschluss

Wenn sich Paare in Münster der Geburt eines Kindes schuldig machen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir sind kürzlich nach Münster gezogen, weil wir auch schon vorher in einer eher hässlichen Stadt gewohnt haben und uns nicht umstellen mussten. Ende des Jahres erwarten wir zum ersten Mal Nachwuchs. Es wird ein Junge! Müssen wir die Geburt unseres Kindes schon jetzt dem Jugendamt anzeigen – oder können wir uns darauf verlassen, dass diese Meldung vom Krankenhaus übernommen wird? Uns ist inzwischen bekannt, dass man in Ihrer Stadt Pflegeeltern für die besseren Eltern hält. Dabei wollen wir keinesfalls stören. Wir sind also bereit, unser Kind sofort nach der Geburt einem Jugendamtsmitarbeiter auszuhändigen, damit unser Junge von Anfang an die Erziehung bekommt, die er verdient und nicht erst von uns vernachlässigt werden muss, damit das Jugendamt mit seiner sicherlich segensreichen Arbeit beginnen kann.

Fortsetzung des satirischen Briefes

Heute Abend im Ersten: „Das Kind kriegst du nicht“

Außerdem wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Legt man Beschlüsse nebeneinander und die Protokolle von Hilfeplangesprächen daneben (in denen gelegentlich Beteiligte sogar frei erfunden werden), beschleicht einen oft das Gefühl, dass irgend jemand nicht von Sinnen ist. Das sind anschließend im Zweifelsfall die Eltern, der Vater oder die Mutter. So gehen die Jahre ins Land und irgendwann heißt es: „Sie sind dem Kind fremd geworden.“ Schon ist aus einem Jugendamt ein Fremdenamt geworden.

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