Für den Gabentisch: Man kann natürlich auch schlechtere Bücher kaufen

Heinz-Peter Tjaden, geboren in Wilhelmshaven, Student in Mainz, seit 2014 wieder in der Region Hannover, Redakteur und Schriftsteller schreibt Krimis, Kurzgeschichten, ironische Erzählungen, Kinder- und Sachbücher. Eine Geschichte ist verfilmt, eine andere Geschichte in ein schwedisches Schulbuch aufgenommen worden. Seine Kurzgeschichten erschienen auch in Zeitungen und Zeitschriften. Für den Gabentisch hat er jetzt vier seiner Veröffentlichungen empfohlen.

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Die Augenbrauen der Neuapostolischen Kirche

Augenbrauen lügen nicht.

18. Oktober 1962: Im Weißen Haus trifft sich US-Präsident John F. Kennedy mit dem sowjetischen Botschafter Anatoli Dobrynin und mit Andrej Gromyko, Außenminister der Sowjetunion. Die Drei machen einen fröhlichen Eindruck. Doch Kennedy zieht die Augenbrauen hoch. Denn er weiß bereits, dass auf Kuba Mittelstreckenraketen stationiert werden sollen. Neurowissenschaftler deuten hochgezogene Augenbrauen als Zeichen von Angst und Ärger.

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Der „Focus“, die Alternsforscher und mein Ratgeber „Zerstreutes Wohnen“: Ich lebe ewig

Mediziner, Neurowissenschaftler, Psychologen, Soziologen und Ökonomen wollen mir scheinbar die Leserinnen und Leser meiner Broschüre „Zerstreutes Wohnen-Ratgeber für alle ab 70“ wegnehmen. Im neuen „Focus“ behaupten sie, das heutige 70 sei das neue 50. Das kann meinem Ratgeber aber nicht schaden.

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Die Trickkiste des lieben Gottes: Die Wohnungssuche und der Kampf gegen den Krebs

Mein Jagdterrier Mike Tjaden als Hotelgast in Hannover.

Der liebe Gott greift in seine Trickkiste, wenn er will, dass man dort ist, wo eine Geschichte begonnen hat, die bald endet. Mich trickste er vor vier Jahren aus, als meine Frau Angelika in Kiel starb. Unsere Wege hatten sich getrennt, weil sie immer mehr wollte als sie jemals bekommen konnte, sie hatte sich noch ein paarmal gemeldet und mit mir getroffen, doch als ihr klar wurde, dass ich mit meiner neuen Partnerin glücklicher war als sie mit ihrem neuen Partner, brach sie den Kontakt ab. Sie verschwand aus Hannover.

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Gehet hin und lehret alle Volker

Mein Freund Volker wohnt in einer Reihenhaussiedlung. Freie Parkplätze gibt es in seiner Straße nicht mehr, denn sie wollen alle zu ihm.

Einer Italien-Reise wegen hat Volker den Gotthard-Tunnel googeln wollen. Doch er ist nur bis „Gott“ gekommen. Sein Telefon klingelte, das Gespräch dauerte, während sich ein Datensauger bei der Suchmaschine andockte und jedem mitteilte, der das wissen wollte: „Volker interessiert sich für Gott.“

Wie eine Straße bevölkert wird

Wir schützen uns – Gott schützt den Grashüpfer

Grashüpfer

Bald muss der Junge wieder abreisen, seine Mutter packt die Koffer. Ein letztes Mal nimmt er mich bei der Hand, wir gehen zu den Feldern in Kleinburgwedel, auf denen wir oft gesessen haben. Ein Hase rennt an uns vorbei. Der Junge fängt einen Grashüpfer, hält ihn gefangen zwischen seinen kleinen Händen.

„Da hast du aber Glück gehabt. Wer einen Grashüpfer fängt, hat immer Glück“, sage ich.

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Für „50 Shades of Grey“ ist „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner zu scheu

50 Shades

Irgendeiner muss den „Bild“-Leserinnen und „Bild“-Lesern erklären, warum diese Zeitung vorab die Fortsetzung von „50 Shades of Grey“ abdruckt, denn peinlich ist das. Da der Kolumnist Franz Josef Wagner meistens peinlich ist, macht er das. Er schreibt: „Ich habe in meinem Leben auch schon Pornos geguckt und gehofft, dass der liebe Gott wegschaut.“

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