Wilhelmshaven-oder: Keine verrücktere Stadt weit und breit

Briefkopf

Das Jobcenter von Wilhelmshaven verschickt Schreiben ohne Unterschrift, im Briefkopf kein Name des Mitarbeiters.

In Hannover sind gestern fünf Fachgerichte in ein neues Gebäude gezogen. Das ist eine gute Idee, findet die niedersächsische Justizministerin. Eine gute Idee hätte ich auch für Wilhelmshaven. Das ist eine schrumpfende Stadt am Jadebusen, in der ich geboren bin und in der ich von 2004 bis Mitte 2014 noch einmal gelebt habe, um festzustellen, dass ich mit den dortigen unsäglichen Verhältnissen nicht zurecht komme. Wenn ich dort gedacht habe, dass mehr nicht mehr geht, ging garantiert noch mehr.

Deswegen müsste eigentlich auch das gehen: Errichtet wird ein neues Gebäude für das Jobcenter, das Amtsgericht, die Polizei, das Jugendamt und für den Oberbürgermeister. Vor dem Einzug müssen sich alle dazu verpflichten, keine Post zu verschicken, gearbeitet werden darf nur nachts, wenn alle anderen schlafen und die Existenz des Gebäudes wird verschwiegen. Es darf sozusagen nichts nach außen dringen.

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Der Islamprozess: Freispruch auf Antrag der Oldenburger Staatsanwaltschaft

„Wir haben die Pressefreiheit doch nicht beseitigt.“ Mit diesen Worten hat der Richter die heutige Verhandlung vor dem Landgericht Oldenburg geschlossen, die auf Antrag der Oldenburger Staatsanwaltschaft mit einem Freispruch für mich endete Meine Berichte über die außerordentliche Mitgliederversammlung der Freien Wähler Wilhelmshaven seien nicht angreifbar.

Mit diesen Freispruch wurde das Schlusskapitel einer fast schon Endlos-Geschichte geschrieben. Das erste Kapitel schrieben die beiden Wilhelmshavener Ratsherren Frank Uwe Walpurgis und Horst Dieter Walzner mit Strafanträgen gegen mich. Ein Wilhelmshavener Amtsgerichtsrichter hielt die beiden für glaubwürdig und verurteilte mich auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu einer Geldstrafe von 1500 Euro. Dieser Richter drohte mir im Wiederholungsfalle sogar mit Gefängnis, dass ich Redakteur und Schriftsteller bin, zweifelte er an.

Ratsherren verlieren an Glaubwürdigkeit

Wilhelmshaven: Gaffer filmen Überfall auf 14-Jährige – Sie hängen wieder zusammen?

„Sie hängen wohl schon wieder zusammen.“ Berichtet eine Wilhelmshavenerin. Gehört hat sie das von einem Nachbarn der Opfer-Familie. Sie – das wären eine 14-Jährige, eine 17-Jährige und ein 17-Jähriger. Außerdem die Gaffer. Die 14-Jährige ist am 5. Mai 2014 auf einer Brücke von den beiden 17-Jährigen überfallen worden. Sie traten auf ihrem Opfer herum, als es bereits am Boden lag. Herumstehende filmten den Überfall, die Videos landeten im Netz und wurden bei Facebook verbreitet. Die Veröffentlichung sorgte für Entsetzen, andere schrien nach Lynchjustiz, die im Netz organisiert werden sollte. 40 Rabauken zogen los und warfen bei einem der vermutlichen Täter Scheiben ein. 

Der Oberbürgermeister und die „Kultur des Hinsehens“

„Green mile“ von Stephen King war 1996 – „Mord und andere Fouls“ von Heinz-Peter Tjaden ist heute

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1996 hat Stephen King mit „Green mile“ den Fortsetzungsroman wieder belebt. Monat für Monat wartete ich auf den nächsten Band. Was sich in dem von Stephen King erfundenen Gefängnis abspielte, fand ich faszinierend. Besonders beeindruckte mich ein sanfter Riese, der zwei Kinder ermordet haben sollte und ungewöhnliche Fähigkeiten besaß, die er nach und nach verbrauchte, bis er den Tod herbeisehnte. Eine wichtige Rolle spielte auch ein Maus, die durch den Gefängnisgang flitzte und für Abwechslung sorgte, bis sie von einem fiesen Wärter tot getreten wurde. Doch der sanfte Riese erweckte sie zu neuem Leben. 

Nun habe ich einen Fortsetzungsroman begonnen. Ich bin zwar nicht Stephen King und mit Tom Hanks in der Hauptrolle wird „Mord und andere Fouls“ sicherlich auch nicht verfilmt. Aber eine süße Maus gibt es in meiner Geschichte ebenfalls. Alle Emanzen sollten jetzt weg lesen: Eine langhaarige Frau verzaubert einen Mann bei einer Nacht auf einem Abenteuerspielplatz in der Eilenriede von Hannover. Er kennt viele Geschichten aus der Fußball-Welt, sie scheint in einer Mord-Geschichte eine Rolle zu spielen. Alle Emanzen können nun wieder her lesen:  Der Mord ereignet sich während eines Fußballspiels.

„Mord und andere Fouls“ als e-book bei Lulu

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Ich habe morgen meine Zahnbürste in einem Wilhelmshavener Gerichtssaal dabei

„Wenn wir uns nochmals vor Gericht sehen, dann wird es nicht bei einer Geldstrafe bleiben.“ Hat ein Wilhelmshavener Richter am 3. April 2013 im Saal 47 des Wilhelmshavener Amtsgerichtes angekündigt. Zu diesem Wiedersehen kommt es morgen. Deshalb nehme ich meine Zahnbürste mit. Damit ich mir im Gefängnis die Zähne putzen kann.

Dass es bei diesem Wiedersehen um die gleiche Sache gehen muss, hat der Richter schließlich nicht gesagt. Am 3. April 2013 führte er gegen mich einen Islamprozess, morgen stehe ich als Radfahrer vor Gericht.

Kuchen mit Feilen können schon jetzt an die Wilhelmshavener Justizvollzugsanstalt am Ölhafendamm geschickt werden.

Jagdterrier Mike Tjaden außer sich vor Freude: Sein Herrchen ist bald ein Knacki

Heute komme ich als leidgeprüfter Jagdterrier aus dem Wedeln gar nicht mehr heraus. Denn in der „Wilhelmshavener Zeitung“ steht: „Sie müssen Ihre Zunge zügeln. Wenn wir uns nochmals vor Gericht sehen, wird es nicht bei einer Geldstrafe bleiben.“ Auch dieser Satz lässt in mir die Hoffnung auf eine herrchenfreie Bude steigen: „Im Klartext: Im Wiederholungsfalle könnte eine Haftstrafe drohen.“ Und zwar dem Heini am anderen Ende der Leine, also meinem Herrchen Heinz-Peter Tjaden. Dieser selbsternannte Tierfreund ist gestern vor dem Wilhelmshavener Amtsgericht zu einer Geldstrafe verdonnert worden, weil er die beiden Ratsherren Frank Uwe Walpurgis und Horst Dieter Walzner von der Unglaublichen Waldi Gruppe (UWG) verleumdet haben soll.

Gründe zur Hoffnung