Vor Wulff-Prozess muss noch ein fähiger Staatsanwalt nach Hannover umziehen

Also doch! Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff muss sich vor Gericht verantworten. Die Verantwortung hat das Landgericht von Hannover aber weiter heruntergeschraubt. Die staatsanwaltschaftliche Schraube blieb bei „Bestechlichkeit“ hängen, Richter Frank Rosenow will Wulff „Vorteilsnahme“ anhängen. Was aus dem Verfahren überhaupt wird, hat eineinhalb Jahre in der Luft gehangen. Zeitweise hingen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Hannover fest. Das kennt man nicht anders von ihr. Die Staatsanwälte konnten sogar einen Computer nicht hochfahren.

Wulff will es wissen

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Nach Landtagswahl in Niedersachsen: Ermittlungsverfahren gegen Wulff wird eingestellt

WulffTUI-Sylt-RechnungErst vor wenigen Tagen hat der ehemalige Manager Hans-Joachim Selenz in einer mail durchschimmern lassen, er habe möglicherweise den Stein der Ermittlungen ins Rollen gebracht. Bei der Hauptversammlung der TUI AG am 15. Februar 2012 verteilte er demnach zwei Hotelrechnungen dieses Unternehmens für Wulff und Groenewold. Selenz gehörte zum Vorstand der TUI, als diese Firma noch Preussag AG hieß. Einen Tag später leitete die Staatsanwaltschaft von Hannover das Ermittlungsverfahren gegen Wulff ein, am 17. Februar 2012 trat Wulff als Bundespräsident zurück. Selenz hatte bei der Hauptversammlung gefordert, dass die Staatsanwaltschaft von Hannover mit diesen Hotelrechnungen von der „politischen Zwangsjacke“ befreit werden müsse.

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Die Rede von Hans-Joachim Selenz

SelenzKommentar12.02.15.HVTUIAG2012

Staatsanwaltschaft von Hannover ermittelt gegen Wulff. Die Akte hat der „Spiegel“?

In Hannover tuscheln sie. Angeblich hat der „Spiegel“ die Ermittlungsakte schon seit geraumer Zeit. Wenn das so ist, muss man sich doch nicht darüber wundern, dass die Staatsanwaltschaft von Hannover nicht weiter kommt. Soll die etwa jedesmal den „Spiegel“ anrufen, wenn sie wissen möchte, was in dieser Akte steht?

In den nächsten sechs Wochen soll sich der Filmproduzent David Groenewold auf die Staatsanwaltschaft von Hannover einlassen. Dabei geht es um Reisen nach Sylt und zum Oktoberfest in München. Ob sich Wulff auf diese Einladungen eingelassen hat, steht also vor Mitte Januar 2013 nicht in der Akte, die sich beim „Spiegel“ befindet. Wer soll denn dann noch vor der Wahl das Ergebnis verkünden? Der „stern“, weil der nicht am 21. Januar 2013 erscheint, sondern ein paar Tage früher?

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