In Wilhelmshaven neue Pegida gegründet


Im Saal hat Ruhe geherrscht, als der Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, Andreas Wagner, vor die Mikrophone trat und Zehntausende auf dem Rathausplatz seiner Rede lauschten, die in der ganzen Stadt über Riesenleinwände flimmerte. In scharfen Worten distanzierte sich Wagner von der Pegida, die in Dresden Demonstrationen gegen die „Lügen-Presse“ organisiert hatte: „Das war der falsche Ansatz.“ Gefunden werden müsse der richtige. Das sei ihm in Zusammenarbeit mit zwei Polizeibeamten und dem Jugendamt von Wilhelmshaven „geradezu beispielhaft“ gelungen. „Bei uns wird die Pegida neu entstehen“, rief er unter dem tosenden Beifall der Menge aus und fügte hinzu: „Wir haben sie neu erfunden.“

Erst hätten die beiden Polizeibeamten vor Gericht eine Geschichte erfunden, die „ihre volle Wirkung erst entfaltete, weil ich die Justiz behinderte. Vorbildlich unterstützt wurde ich dabei vom Jugendamt, das eine Mitarbeiterin, die vor Gericht die Wahrheit gesagt hätte, zum Schweigen verurteilte, das heute bei meiner Rede aber nicht herrschen sollte.“ Brausender Beifall. „Unsere Organisation richtet sich erst einmal einzig und allein gegen einen ehemaligen Wilhelmshavener, der weiter im Internet so tut, als sei Wilhelmshaven nicht Nordkorea. Wir werden ihn ins Gefängnis werfen lassen. Das möge anderen eine Warnung sein.“

In diesem Moment wurden unauffällig zwei Gegendemonstranten abgeführt, über deren Verbleib bislang nichts in Erfahrung zu bringen ist. Wagner fuhr fort: „Dieser ehemalige Bürger heißt Heinz-Peter Tjaden und wohnt nun in der freien Republik Burgwedel. Von dort aus kritisiert er Jugendämter, wenn die sich nach seiner Meinung falsch verhalten. Das geht so nicht.“ Deshalb stehe Pegida in Wilhelmshaven für „Peter geht in den Arrest“. Dieses Ziel werde konsequent verfolgt. Wagner: „Der erste Schritt war, alle Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeiter haben ab sofort die Staatsangehörigkeit von Nordkorea als Zeichen dafür, dass wir schon bei einem einzigen Widerwort aktiv werden.“

Abschließend wies der Oberbürgermeister darauf hin, dass jedes Jugendamt von Eltern, Angehörigen, Freunden und Bekannten „Kooperationsbereitschaft“ verlange. Wer eine eigene Meinung habe, verliere seine Kinder auf Dauer. Der Oberbürgermeister beendete seine Rede mit den Worten: „Das mag man Duckmäusertum nennen. Wir nennen das nicht so.“

Wie die Redaktion inzwischen erfahren hat, berichtet Tjaden auf http://www.zweisechsdreiachtvier.de und ausführlich in einer Broschüre mit dem Titel „Lügen haben Jugendamts-Beine“, die bei Amazon erhältlich ist.

Eine Stimme aus dem Hintergrund: „Sind das Panzer, die auf unsere Redaktion zurollen?“

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