Wilhelmshaven: Oberbürgermeister Andreas Wagner verklagt Bürgerportal und Autor einer Glosse/Aufforderung zu Straftaten


Die Geschichte über das Wilhelmshavener „Gebüsch-Gerücht“ habe ich ausführlich in meiner Broschüre „Jagdszenen aus Wilhelmshaven“ geschildert. Die geht so: Der Oberbürgermeister schläft mit der Frau des Unternehmers Tom Nietiedt, Nietiedt schlägt den Nebenbuhler nieder. Hier klicken Besonders im Internet hat sich das Gerücht schnell verbreitet. Ich kam zu dem Ergebnis, dass die Geschichte frei erfunden ist – und wurde trotzdem von dem Unternehmer Tom Nietiedt und von seiner Frau verklagt, weil ich a) nicht behaupten soll, Wagner habe mit der Frau von Nietiedt geschlafen und b) nicht behaupten soll, Wagner sei deswegen von Nietiedt verprügelt worden. Was ich wie gesagt nie behauptet habe. Ich muss also annehmen, dass Nietiedt die Widerlegung des Gerüchtes missfällt – oder was?

Dass es ein Gerücht über „Personen des öffentlichen Lebens“ gibt, hat die „Wilhelmshavener Zeitung“ am 16. August 2014 gemeldet. Der Lokalchef Maik Michalski verurteilte derlei und forderte härtere Strafen für Verleumdungen im Internet. Die Namen der Verleumdungsopfer verriet er nicht. Wilhelm Schönborn aus Wilhelmshaven verfasste eine Glosse, die am 18. August 2014 vom Bürgerportal http://www.buerger-whv.de veröffentlicht wurde. Der Autor nahm Maik Michalskis Veröffentlichung auf die Schippe. Die Namen der Verleumdungsopfer nannte er ebenfalls nicht. Zu Recht wies Schönborn darauf hin, dass der Lokalchef nun die Neugierde noch nicht Informierter geweckt haben dürfte. Diese Glosse missfiel dem Oberbürgermeister, der nun das Bürgerportal und Schönborn verklagte. Ich muss annehmen, dass Wagner die Kritik an Gerücht und Verbreiter missfällt – oder was? Wagners Frau hat übrigens nicht geklagt. Die Klageschrift liegt mir vor.

Wenn es nach dem Anwalt von Wagner ginge, müssten Bürgerportal und Schönborn auch die Namen von Informanten verraten. Informanten-Verrat fordern regelmäßig Leute, die etwas gegen die Presse- und Meinungsfreiheit haben. Möglicherweise erfüllt diese Forderung mehrere Straftatbestände, wie z. B. Nötigung, Aufforderung zu Straftaten. Die Folge wäre eine Hexenjagd. Mit dieser Forderung beschädigt sich der Oberbürgermeister schwer.

Ein Beitrag für http://blogdirdeinemeinung.blogspot.com

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