Nach Wulff und Tjaden: Tritt nun die Staatsanwaltschaft von Hannover zurück?


„Medien und Justiz haben sich gegenseitig die Bälle zugespielt.“ Hat gestern Christian Wulff bei der Vorstellung seines Buches „Ganz oben – ganz unten“ gesagt. So hätten die Staatsanwaltschaft von Hannover und Presse/Rundfunk/Fernsehen das Prinzip der Gewaltenteilung bedroht. Das sei eine „ernst zu nehmende Gefahr für unsere Demokratie“. Ansonsten gelte: „Der Rücktritt war falsch.“ und „Ich wäre auch heute noch der Richtige im Amt.“ Nun reize die Staatsanwaltschaft von Hannover auch noch die Frist für die Revision bis zum letzten Tag aus.

„Medien und Justiz haben sich gegenseitig die Bälle zugespielt.“ Das wäre in meinem Fall ein nicht so ganz zutreffender Vorwurf. An dem Tag, an dem Wulffs Buch erschien, habe auch ich meine Broschüre „Zwei Schweinchen und ein Anzeiger“ veröffentlicht. Ein anderer Vorwurf ist allerdings zutreffend: Die Staatsanwaltschaft von Hannover hielt die Provinzpresse auf dem Laufenden, das Neueste erfuhren meine Anwältin und ich monatelang aus der Zeitung, nicht aus Schriftstücken der Ermittler. Jeder Protest dagegen verhallte ungehört. Ich würde auch nicht behaupten, dass ich der richtige Bundespräsident wäre. Das kann ja nicht einmal Joachim Gauck von sich behaupten. Aber eine Feststellung teile ich mit Christian Wulff: „Die Staatsanwaltschaft von Hannover hat nie einen echten Anfangsverdacht gehabt.“  Das war das Schlimme – für die Staatsanwaltschaft von Hannover.

Zweieinhalb Jahre gingen ins Land, bis ich vor dem Amtsgericht in Burgdorf aus tatsächlichen Gründen frei gesprochen wurde. Nicht die Dauer des Verfahrens, sondern der Freispruch wurmte die Staatsanwaltschaft von Hannover. Deshalb legte sie beim Hildesheimer Landgericht Berufung ein. Umgehend antwortete der Richter, dass er diese Berufung nicht zulassen werde. Die Staatsanwaltschaft von Hannover solle sie deshalb sofort wieder zurückziehen. Das wurmte die Staatsanwaltschaft von Hannover noch mehr. Es ging gar nicht mehr um Recht und Gerechtigkeit, es ging um Rechthaberei.

Das Oberlandesgericht von Celle entschied auf Antrag der Staatsanwaltschaft von Hannover, dass mein Fall so lächerlich sei, dass eine Berufung gegen den Freispruch gar nicht abgelehnt werden könne. Es müsse also neu verhandelt werden. Das hat der Hildesheimer Richter dann doch nicht gemacht. Er faltete den Staatsanwalt aus Hannover zusammen, der nach eigenen Angaben erst am Vortag einen Blick in meine Akte geworfen hatte, die er bis dahin noch nie gesehen hatte. 

Seit gestern sind also zwei Bücher mit Kritik an der Staatsanwaltschaft von Hannover auf dem Markt. Wulff ist während dieser Affäre zurückgetreten, ich habe drei Jobs verloren, also frage ich mich: Tritt jetzt die Staatsanwaltschaft von Hannover zurück? Diese Frage hat eine doppelte Bedeutung. Die Erste: Alle Staatsanwälte legen ihre Ämter nieder. Die Zweite: Die Staatsanwaltschaft geht am letzten möglichen Tag in Revision.

Eine Leseprobe aus meiner Broschüre auf http://www.altkreiskurier.de Hier klicken

 

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