Heute Nacht habe ich ein Plagiat geträumt


„Träume tanzen durch den Wald. Die Bäume heißen Alltag. Sie stehen dicht an dicht. Die Träume tanzen hindurch, bilden auf einer Lichtung einen Kreis, singen, necken sich, streicheln, küssen, kennen keine Scham, sind wild und zärtlich, grenzenlos.“

Diese Sätze sind mir heute Nacht eingefallen. In einem Traum. Morgens um 2 Uhr bin ich aufgewacht und brachte sie zu Papier. Dann schlief ich weiter. Vor dem Frühstück drehte ich eine Runde mit meinem Jagdterrier, besorgte mir an einem Kiosk einen Kaffee, der meine Lebensgeister weckte. Einer dieser Lebensgeister flüsterte mir ins Ohr: „Du hast geträumt, was du vor vielen Jahren selbst geschrieben hast.“

Meine Gedanken reisten zurück zu einem Weihnachtsfest, das meine damalige Freundin und ihre beiden Kinder zu jener Zeit noch nicht kannten, weil sie zu den Zeugen Jehovas gehört hatten. Bis dahin durften sie dieses Fest nicht feiern. Was mir diese Frau und diese Kinder damals erzählten, musste ich aufschreiben. In einer Erzählung mit dem Titel „Auch sie trinkt Wein“, die nach der Veröffentlichung für großen Wirbel sorgte. Ich erfand einen Sektengründer, der beispielsweise die Scientologen an L. Ron Hubbard erinnerte und Zeugen Jehovas an die Wachtturmgesellschaft. Sogar ehemalige Satanisten erkannten sich wieder. Deshalb war dieser Roman schnell vergriffen.

Warum ich diese Sätze heute Nacht geträumt habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich überschneiden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wenn man zur Ruhe kommt. Solche Ruhepausen sollte man sich nicht nur zu Weihnachten gönnen. Damit die Gedanken auf Reisen gehen können. Damit wir nicht täglich Gehetzte sind. Dann kann man sogar mit sich selbst Wunder erleben.

Sektierer sind auf andere Wunder spezialisiert. Die werden so lange in die Zukunft verlagert, bis alle Erschöpften alles glauben. Sektierer verbreiten nicht nur religiösen Unsinn, sie verbreiten auch anderen Quatsch wie die Wachstumsideologie, mit der immer ein paar andere morgen oder übermorgen abgehängt werden sollen, bis sie irgendwann immer ärmer geworden um Almosen betteln müssen. Dann schlagen sich diese Sektierer an die eigene Brust und preisen ihre eigene Großzügigkeit. Wie krank sie sind, merken sie gar nicht mehr…

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