Beliebt in Wilhelmshaven: Internet-Spionage


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Heute hat ein Bekannter bei Facebook mitgeteilt, dass seine Frau einen Job in China gefunden habe. Da fragt man natürlich nach den Einzelheiten. Doch diese Mitteilung war nur ein Fake. Deswegen schrieb mir mein Bekannter, dass ich nun auch einen Scherz veröffentlichen müsse. Dafür gab er mir mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit war die Behauptung, man habe 42 Beziehungen gehabt. Dafür entschied ich mich, obwohl ich gar nicht weiß, ob das stimmt. Ist bei Scherzen auch nicht so wichtig. Ich erweiterte den Scherz noch ein wenig und teilte mit, dass ich auch schon mit drei Frauen gleichzeitig zusammen war. Sofort fand das eine Facebook-Nutzerin „ekelhaft“.  Man ist also prüde im Facebook-Land. Man ist aber auch neugierig.

Schon lange traue ich keinem Messenger mehr. Was man da schreibt, macht gelegentlich schneller die Runde als man sich vorzustellen vermag. Da plaudere ich mit einer Frau, die nach einer Stunde vorbeikommen will, sie ist aber noch gar nicht da, als mir bereits ihr Freund droht. Der ist noch von der dummen Sorte gewesen. Er versah seine Drohung mit seinem Namen, den Wohnort dieses Dussels fand ich schnell heraus. Er bekam Post von meinem Anwalt, als sich seine Freundin bei mir wieder angezogen hatte.

Das war jedoch ein Einzelfall in meinem Leben, bis ich nach Wilhelmshaven zog. Hier zu Stadt ist die Internet-Spionage ein Zeitvertreib vieler. Beispiele: 1. Ein Neffe von mir schickt mir eine mail, weil er eine CD haben möchte. Ich antworte ihm, dass ich ihm die CD am nächsten Tag zukommen lassen werde. Diese Antwort an meinen Neffen fängt ein Wilhelmshavener ab, kopiert sie und schickt sie per mail an mich zurück. Anmerkung: „Du belästigst deinen Neffen.“ 2. Ich will als Oberbürgermeisterkandidat antreten, radele zum Wahlamt und hole dort die Formulare für die Unterstützerunterschriften ab. Dann setze ich mich in ein Internet-Café und bekomme sofort die Mitteilung, ich hätte eine Nachricht. Die lautet: „Lassen Sie Ihren Hund nicht mehr frei herumlaufen. Ab sofort müssen Sie aufpassen.“ 3. Ich plaudere mit einer verheirateten Frau bei Facebook, die mir auch von unterwegs Nachrichten schickt. Auch die liest jemand mit. Deswegen bekommt er etwas zu lesen. Ob der nun denkt, dass ich inzwischen diese Frau nicht mehr mag, ist mir so gleichgültig wie der Prüderie der Facebook-Gemeinde. Vorsehen müsste er sich nur, wenn er es herumerzählen würde.

Auch dieser Text wird viele Leserinnen und Leser haben. Aber das ist so gewollt. Wenn ich nämlich alles über die Internet-Spionage in Wilhelmshaven veröffentlichen würde, müsste sich so mancher warm anziehen. Es ist alles gespeichert oder wird von einem Bekannten am anderen Ende dieses Landes aufgehoben. Der Mann ist diskret. Auf den kann ich mich verlassen. Wer in meinem Privatleben herumschnüffeln will, soll sich zu mir setzen. Dort schläfere ich ihn dann mit Baldrian ein…

Dieser Beitrag wird Nebenwirkungen haben…

 

Und wenn es jemand genau wissen will, ich habe meine Passwörter geändert.

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