Wilhelmshaven braucht so viele Pflegeeltern wie möglich?


Das „Neue Wilhelmshaven“ (NW, ehemals „Wilhelmshavener Zeitung“, WZ) kann noch so viele Seiten haben, vieles ist einseitig. Wie heute der Artikel „Verunsicherten Kindern sichere Umgebung bieten – Jugendamt. In Wilhelmshaven fehlen viele Pflegefamilien, die fremde Kinder dauerhaft bei sich aufnehmen wollen“. Zitiert wird in diesem Bericht Claudia Feit vom Adoptions- und Pflegekinderdienst der Stadt. Erst einmal mit dem Satz: „So viele wie möglich.“ Diese Aussage bezieht sich auf die Zahl der Pflegeeltern, die in Wilhelmshaven erforderlich ist. So viele wie nötig, wäre wohl eine klügeres Ziel.

Dann in dieser Passage: „Als erstes kamen zwei Geschwister zu Familie Ommen. Sie waren ein und sieben Jahre alt. Eigentlich werden Geschwister nicht in derselben Pflegefamilie untergebracht. Das ältere Kind habe in diesen Fällen häufig bereits Verantwortung für das Jüngere und die Rolle des Beschützers übernommen. ´Diese ungesunde Struktur muss aufgebrochen werden, damit sich die Kinder emotional entwickeln können´, erklärt Claudia Feit. Anders hätten die Pflegeeltern kaum eine Chance, an die Kinder heranzukommen.“

Aufruf zu Gesetzesbruch?

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2 Kommentare zu “Wilhelmshaven braucht so viele Pflegeeltern wie möglich?

  1. Das ist mal wieder typisch! Geschwisterkinder trennen geht gar nicht!! Ungesunde Strukturen „aufbrechen“… das sagt schon alles… So viele Pflegefamilien wie möglich… Pflegeeltern werden zu oft nicht ausreichend begleitet und diese Liste kann man munter weiter führen. Da wird die ganze Professionalität des Systems erkennbar…. Und wie immer wird das Pferd von hinten aufgezäumt, bzw. begnügt man sich mit Symptombehandlung!
    Fakt ist doch, dass Eltern oft nicht in der Lage sind, Kinder zu erziehen – das ist ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem. Aber sich Hilfe zu holen geht oft nach hinten los. Die haben Angst vor dem Jugendamt, und das auch mit Recht.
    Solange in unserer Gesellschaft Menschen und ganze Familien abgewertet, stigmatisiert und diskreditiert werden, Kinder von Mitbürgern als Störfaktor betrachtet werden und sich unsere Haltung gegenüber Familien nicht grundlegend ändert, werden sich die Probleme in der Kinder- und Jugendhilfe weiter vergrößern. Hier sind Politik und Wirtschaft gefragt, endlich ihrer Verantwortung nachzukommen.

  2. Jugendamt – Geschwistertrennung verboten!

    Die Bindungen eines Kindes zu seinen Geschwistern sind bei der Entscheidung über die elterliche Sorge von großer Bedeutung (vgl. Johannsen/Henrich/Jaeger, a.a.O., § 1671, Rz. 73).

    Die Trennung von Geschwistern, die aneinander hängen, ist grundsätzlich zu vermeiden und nur bei Vorliegen besonders triftiger Ausnahmegründe zuzulassen (OLG Celle, FamRZ 1992, 465, 466; Johannsen/Henrich/Jaeger, a. a. O., § 1671, Rz. 74). Eine Geschwistertrennung ist daher grundsätzlich zu vermeiden

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