Droht in Wilhelmshaven ein Blutbad wegen JadeWeserPort?


„Schon macht sich Häme breit. Frei nach dem Motto: „Wir haben es doch immer gewusst…“ Oder, die zynische Variante: „Was, da an der Küste gibt es Deppen, die einzelne Container begrüßen?“ Wer Schaden hat, braucht für Spott nicht zu sorgen. Vorsicht Lämmer, ihr seit es, die zur Schlachtbank geführt werden!“ Schreibt heute Gerd Abeldt, Chefredakteur des „Neuen Wilhelmshaven“ (NW, ehemals „Wilhelmshavener Zeitung“, WZ) in einem Kommentar. Droht nun ein Blutbad wegen des JadeWeserPortes? Und wen meint Abeldt mit „Lämmer“? Die Kurzarbeiter am Containerhafen? Die vielen Arbeitslosen in Wilhelmshaven?

Wer eigentlich hat diesen Containerhafen so hoch gejubelt, dass Enttäuschung gar nicht ausbleiben konnte? Wer hat denn vor 10 Jahren behauptet, der JadeWeserPort bringe 5 000 Arbeitsplätze? Wer machte denn aus Wilhelmshaven das zukünftige „Tor zur Welt“, vergleichbar nur noch mit Hamburg? Wer hat denn jede Warnung überhört – und Kritiker unter Druck gesetzt, bis zur Drohung mit Verlust des Arbeitsplatzes und Kündigung von Krediten? Waren das die Lämmer?

Nein. Als Jürgen Trittin 2004 als Bundesumweltminister in Wilhelmshaven war, moderierte der damalige Oberbürgermeister Eberhard Menzel die Veranstaltung. Menzel übersah geflissentlich jede Wortmeldung von Redakteuren, die er für kritisch hielt, Trittin setzte trotzdem nicht alles auf die Karte JadeWeserPort, weil er sich auch noch in Hamburg blicken lassen wollte – und was machte das „Neue Wilhelmshaven“? Es übermittelte den NW-Leserinnen und NW-Lesern den Eindruck, der Bundesumweltminister sei genauso euphorisch wie die Meinungsmacher an der Jade.

Als ich bei einer Podiumsdiskussion im Jahre 2011 darauf hinwies, dass die „Financial Times“ das Ergebnis einer Umfrage unter Reedereien mit der Überschrift „Kein Schiff wird kommen“ versehen hatte, fuhr mir Michael von Teichman als Oberbürgermeisterkandidat der FDP in die Parade: „Die haben doch keine Ahnung.“ Warnende Stimmen hatten immer als Stimmen von Miesmachern zu gelten. Die Beleuchtung des Themas von allen Seiten war verboten.

„Von der Euphorie zur Schockstarre war es nur ein kurzer Weg. Nicht einmal ein halbes Jahr hat es gedauert, bis offenkundig geworden ist, dass der JadeWeserPort nicht der erhoffte Heilsbringer für Wilhelmshaven wird – jedenfalls nicht kurzfristig.“ (Gerd Abeldt in seinem Kommentar) So ist das nun einmal. Wenn etwas fertig ist, wird auch etwas offenbar. Was man anderswo offen gesagt hat. Während der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister bei einer Wahlkampfveranstaltung mit der Bundeskanzlerin in der Wilhelmshavener Stadthalle Anfang 2013 sagte, der JadeWeserPort sei pünktlich fertig geworden, hörte man von seinem Wirtschaftsminister in Hannover ganz andere Töne. Der hatte schon beim Maschseefest im Sommer 2012 festgestellt, dass der Hafen eigentlich zu früh fertig werde, weil es die Containerschiffe, die Wilhelmshaven ansteuern, noch gar nicht gebe.

Seit Jahren sammele ich Pressestimmen über den JadeWeserPort auf www.jadeweserport.org Werden die nicht gelesen? Außerdem ist der JadeWeserPort kein religiöses, sondern ein hafenpolitisches Thema. Vielleicht sollte Gerd Abeldt Pfarrer werden. Dann könnte er über Heilsbringer predigen…

Ein Beitrag von www.zweisechsdreiachtvier.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s