Das nächste widerliche Wort: Armutsflüchtlinge


Es könnte am Mittwoch gewesen sein: Das Fußballspiel ist zuende, ich zappe mich zum nächsten öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, eine Frau setzt sich ins Bild, mit einem Zettel in der Hand startet sie in eine dieser Talkshows: „Armutsflüchtlinge aus Bulgarien und Rumänien…“ Ich überlege kurz, wer wohl mit ihr an einem Tisch sitzen mag. Kachelmann, der „Opfer-Abos“ neu definiert? Ein Vertreter von Nokia, der sich darüber beklagt, dass Jugendliche aus Deutschland, die in Rumänien für ihn arbeiten, wieder nach Hause wollen? Ein Menschenhändler, der Frauen verschleppt? Ein Spekulant, der immer reicher wird, weil andere ärmer werden? Sicher nicht. Mit den Verursachern des Elends diskutiert man nicht, man redet lieber über die Opfer. Von denen nicht zu viele nach Deutschland kommen sollen. Sie sollen sich also von den Tätern fernhalten.

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